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Scheinträchtigkeit der Hündin

Die Scheinträchtigkeit ist eine hormonell bedingte emotionale und körperliche Veränderung bei der Hündin.

Die Scheinträchtigkeit hat biologische Gründe

Einige unserer Hündinnen haben mit der s.g. Scheinträchtigkeit zu kämpfen. Das liegt am Erbe ihrer Vorfahren der Wölfe. Nur die Leitwölfin bekommt die Jungen. Aus Gründen der Arterhaltung werden die Jungen aber vom gesamten Rudel versorgt. Die anderen Hündinnen im Rudel können somit die Mutterrolle sofort übernehmen und die Welpen sogar säugen.

4 - 8 Wochen nach der Läufigkeit kann die sogenannte Scheinträchtigkeit einsetzen.

Eine scheinträchtige Hündin fühlt sich als „werdende Mutter“ und zeigt typische emotionale und körperliche Veränderungen. So trägt eine scheinträchtige Hündinnen in der 8. - 9. Woche nach der Läufigkeit alle möglichen Gegenstände zusammen, zeigt Nestbauverhalten und beschützt besonderes Spielzeug als seien es Junge. Die Hündin neigt zur Unruhe, zu vermehrter Anhänglichkeit oder aber auch zu Aggressivität. Sie will sich nicht von „ihrem Nest“ weg bewegen und spazierengehen. Auch Futtermäkeligkeit wird beobachtet.

Die Milchdrüsen können anschwellen. Bei starker Milchproduktion besteht die Gefahr eines Milchstaus mit daraus resultierender Gesäugeentzündung. Das Gesäuge ist dann stark geschwollen, warm und sehr schmerzhaft.

Im Durchschnitt dauert die Scheinträchtigkeit 2 - 3 Wochen

Therapie:

Eine solche Scheinträchtigkeit darf nicht unterschätzt werden und gehört in die Hand eines Tierarztes. Er kann die Scheinträchtigkeit ursächlich behandeln, indem er der Hündin einen sogenannten Prolaktin-Hemmer verordnet. Dieses Medikament hemmt die Ausschüttung des Hormons Prolaktin, welches ja für die beschriebenen Muttergefühle und die Milchproduktion verantwortlich ist.

Prophylaxe:

Bei Hündinnen, die bereits nach der 1. Läufigkeit mit den Problemen der Scheinträchtigkeit zu kämpfen haben, bzw. bei Tieren, die immer wieder scheinträchtig werden, ist die sinnvollste Abhilfe die Kastration. Scheinträchtige Hündinnen leiden körperlich und seelisch – und das muß nicht sein!

Außerdem steigt durch die Scheinträchtigkeit nach der Läufigkeit das Risiko das sich eine Gebärmuttervereiterung entwickelt.



 
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