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Dein Hund zerrt an der Leine, kläfft jeden an, kennt offenbar seinen Namen nicht mehr und versucht, den Briefträger zu jagen. Kein Zweifel: Dein Hund ist in der Flegelphase angekommen. Jetzt ist es notwendig, starke Nerven und Konsequenz zu zeigen, um aus dem „Flegel“ wieder einen braven Vierbeiner zu machen.

Wann kommt der Hund in die Flegelphase?

In der Sozialisation des Hundes gibt es zwei besonders kritische Phasen. Die Rangordnungsphase findet zwischen der 13. und 16. Lebenswoche statt. Der Hund testet vorsätzlich, was er sich seinem Besitzer gegenüber erlauben kann, welche Möglichkeiten die Umwelt ihm bietet und welchen Platz er innerhalb seines Familienrudels einnimmt. Schon jetzt ist es wichtig, dass du dem Hund mit liebevoller Bestimmtheit klarmachst, wer ranghöher ist. Ist der Hund zwischen sieben Monaten und einem Jahr alt, kommt es oft zu einer regelrechten Null-Bock-Phase: Der Hund benimmt sich wie ein rebellierender Teenager, ist unkonzentriert und scheint plötzlich seine gute Erziehung vergessen zu haben. Insgesamt hat er dann vielleicht eine „lange Leitung“ und wirkt gelegentlich konfus. Das Spielverhalten aus Welpentagen schwächt ab. Stattdessen kommt es zu einem verstärkten Jagdtrieb oder plötzlichem Territorialverhalten.

Du solltest dem aufmüpfigen Halbstarken mit Konsequenz seinen Platz in der Rangordnung zeigen. Das aber ruhig, geduldig und ohne jegliche Gewalt oder Geschrei. Schreien verwirrt den Hund oder wird als Anstachelung missverstanden: Wenn Herrchen „kläfft“, wird mitgebellt. Grundsätzlich ist es ratsam, eine gute Hundeschule zu besuchen – mindestens bis der Hund ein Jahr alt ist.

Wie gehe ich also mit meinem Hund in der Flegelphase um?

Mit Ruhe und Gelassenheit hilfst du deinem Vierbeiner in dieser Phase am meisten. Das heißt natürlich nicht, dass du ihn einfach gewähren lassen sollst. Im Gegenteil: Widme deinem Hund jetzt besonders viel Aufmerksamkeit. Fang noch einmal neu an und trainiere täglich mit ihm wichtige Kommandos, auch wenn er diese schon längst gelernt hatte. War schon vor der Pubertät ein guter Grundgehorsam vorhanden, zahlt sich das mit raschen Lernerfolgen aus.

Du brauchst viel Geduld. Womöglich schaltet der Hund auf stur und strapaziert mit seinem Verhalten deine Nerven. Wichtig ist Souveränität im Umgang mit dem Tier – am Ende hast du den längeren Atem.

Lass den Hund auf keinen Fall spüren, dass dich sein Verhalten nervös macht oder provoziert. Nur wenn der Halter scheinbar unbeeindruckt über den Kapriolen seines Vierbeiners steht, nimmt dieser ihn als verlässlichen Fixpunkt wahr, an dem er sich orientieren kann. Das spielt auch deshalb eine große Rolle, weil der Hund in dieser Zeit eine zweite Phase der Personenbindung durchmacht.

Besonders wichtig ist Lob. Wenn der pubertierende Hund etwas gut gemacht hat, spare nicht mit Anerkennung und gönne ihm als Belohnung ein Leckerli oder eine Spieleinheit mit seinem Lieblingsspiezeug. Mit genügend Motivation wird der Hund den Spaß am Lernen neu entdecken und bald wieder brav und gehorsam sein.


 
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