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Obgleich der Hund früher gerne als Resteverwerter genutzt wurde und auch heute noch so manch übrig gebliebene Speise in seinem Napf landet, sollte ein Hund nicht alles fressen – manches kann sogar giftig für ihn sein.

Grundsätzlich ist die toxische (giftige) Menge je nach Größe und auch Rasse ihres Hundes unterschiedlich.Trotzdem ist es ratsam, dass folgende Lebensmittel nicht in rauen Mengen (oder lieber gar nicht) im Magen ihres Hundes gelangen:

  • Alkohol.

  • Avocados.

  • Knoblauch & Zwiebeln.

  • Nachtschattengewächse (rohe Kartoffeln, Auberginen und Tomaten)

  • Obstkerne.

  • Rohe Hülsenfrüchte.

  • Rohes Schweinefleisch.

  • Rosinen und Weintrauben.



Alkohol

Schon geringe Mengen (wenige Schlucke) können reichen, um Atemnot, Erbrechen und Koordinationsstörungen hervorzurufen. Das liegt daran, dass der Hundekörper den Alkohol nur sehr langsam verarbeiten kann. Alkohol sollte deshalb immer außerhalb der Reichweite Ihrer tierischen Mitbewohner aufbewahrt werden.

Symptome einer Vergiftung: Atemnot, Durchfall, Erbrechen, Fieber, Koordinationsschwierigkeiten, Krampfanfälle


Avocados

Avocados (oder Teile der Avocado – dies ist noch nicht endgültig erforscht) enthalten Persin, welches den Herzmuskel der Hunde schädigt und zum Tod führen kann.

Symptome einer Vergiftung: Atemnot, Bauchwassersucht (Flüssigkeitsansammlung in der Bauchhöhle), Durchfall, Erbrechen, Husten


Knoblauch & Zwiebeln

Egal ob roh, gekocht, gegrillt, geschält, getrocknet, in Pulverform oder frisch: Zwiebeln und Knoblauch sind in gewissen Mengen Gift für die pelzigen Lieblinge. Sie enthalten Sulfide (N-Propyldisulfid), die die roten Blutkörperchen zerstören und somit eine Blutarmut (Anämie) hervorrufen können. Als schädliche Menge geben Jürgen Zentek und Helmut Meyer in ihrem Buch „Ernährung des Hundes“ circa fünf Gramm pro Kilogramm an.

Symptome einer Vergiftung: Blasse Schleimhäute, Blutarmut, Durchfall, Erbrechen, Verweigerung von Wasser und Futter

Nachtschattengewächse (rohe Kartoffeln, Auberginen und Tomaten)

Nachtschattengewächse wie Auberginen, Tomaten oder Kartoffeln enthalten Solanin. Insbesondere grüne Tomaten und grüne oder keimende Kartoffeln haben einen hohen Anteil des natürlichen Toxins. Kartoffeln sollten deshalb nur gekocht (und ohne Schale, denn diese weist auch einen hohen Solanin-Gehalt auf) verfüttert werden. Im Übrigen sollte auch das Kochwasser in den Ausguss wandern, da sich das wasserlösliche Solanin darin ansammelt.

Auch für Paprikas gilt: Lieber nur gekocht servieren. Überreife Tomaten sind auch in rohem Zustand unbedenklich, sofern sie keine grünen Stellen aufweisen.

Symptome einer Vergiftung: Erbrechen, Durchfall, Schleimhautreizung

Obstkerne

Die Kerne von einigen Früchten zum Beispiel von Pflaumen, Aprikosen, Pfirsichen oder Kirschen enthalten Cyanid. Dieser Stoff wird im Magen zur Blausäure umgewandelt, die wiederum die Zellatmung zum Erliegen bringen kann. Dadurch käme es letztlich zu einer inneren Erstickung und die Zellen würden aufgrund von Sauerstoffmangel absterben. Grundsätzlich empfiehlt es sich, allein schon aufgrund der Größe und entsprechender Verstopfungsgefahr, Obstkerne zu entfernen, wenn man dem Vierbeiner etwas Fruchtiges in den Napf geben möchte.

Symptome einer Vergiftung: Atembeschwerden und Atemnot, Durchfall, Erbrechen, Fieber, Krämpfe, Speicheln



Rohe Hülsenfrüchte

Bohnen, Kichererbsen und einige andere Hülsenfrüchte sollten weder vom Menschen noch vom Tier roh verzehrt werden. Denn darin ist das Gift Phasin enthalten. Es handelt sich dabei um ein Lektin (ein Zucker bindendes Eiweiß), das die roten Blutkörperchen verklumpt. In großen Mengen ist der Verzehr von rohen Hülsenfrüchten daher tödlich. Die giftige Dosis hängt jedoch (wie bei fast allen Lebensmitteln) von der Konstitution des Vierbeiners ab.

Symptome einer Vergiftung: Blutungen im Magen-Darm-Trakt, Durchfall, Erbrechen, Fieber, Krämpfe



Rohes Schweinefleisch

Vielleicht habt Ihr schon öfter gehört, dass Hunde kein Schweinefleisch fressen sollten? Das gilt zumindest für das rohe Fleisch. Denn hierüber kann das – wenn auch mittlerweile seltener vorkommend – Aujeszky-Virus übertragen werden. Während die Herpes-Viren für Menschen eher ungefährlich sind, führen sie bei Hunden zu Nerven- und Hirnentzündungen. Die auch Pseudowut genannte Krankheit endet immer tödlich.

Rohes Schweinefleisch sollte deshalb – auch wenn Deutschland seit 2004 als pseudowut-freies Land gilt – niemals verfüttert werden. Gleiches gilt im Übrigen auch für Wildschweinfleisch. Die Erreger werden allerdings durch Temperaturen von 60° Grad und mehr abgetötet.

Symptome einer Vergiftung: Appetitlosigkeit, Erbrechen, Fieber, Koordinationsprobleme, Speicheln, starker Juckreiz, Tobsuchtanfälle, Unruhe, Wesensveränderungen, zentrale Störungen (Pseudotollwut), Bewusstlosigkeit. Innerhalb von zwei Tagen nach Auftreten der Symptome führt die Krankheit zum Tod.

Rosinen und Weintrauben

Die in Weintrauben (und in noch größeren Mengen in Rosinen) vorhandenen Substanzen erhöhen das Kalzium des Blutes beim Hund drastisch, wodurch die Nierenwerte steigen. Bei schlechter Konstitution bzw. bei kleinen Rassen können deshalb bereits geringe Mengen Vergiftungserscheinungen hervorrufen – bei zu hohen Konzentrationen kann es sogar zu Nierenversagen kommen.

Symptome einer Vergiftung: Durchfall, Erbrechen, Magenkrämpfe, Teilnahmslosigkeit (Lethargie), Nierenversagen



Schokolade und Kakao

Kakaohaltige Lebensmittel sollten niemals verfüttert werden. Sie enthalten die für Hunde giftige Substanz Theobromin. Je höher der Kakaogehalt, desto höher ist auch der Anteil des Theobromins. In 100g weißer Schokolade finden sich beispielsweise 200mg Theobromin, während in 100g Zartbitterschokolade bereits 1600mg enthalten sind. Am meisten Theobromin ist in purem Kakaopulver zu finden – in 100g stecken circa 2000mg.

Ab einer Dosis von 100 – 300mg/Kilogramm Körpergewicht kann die Substanz bei den Vierbeinern zu Herz-/Kreislaufversagen und damit zum Tode führen. Für kleine Hunderassen können deshalb bereits wenige Stückchen Schokolade tödlich enden.

Symptome einer Vergiftung: Atembeschwerden, Bewusstseinsstörungen, Durchfall, Erbrechen, Fieber, Krämpfe, Herzrhythmusstörungen



Hier haben wir Euch außerdem ein paar Nahrungsmittel aufgelistet, die zwar nicht grundsätzlich giftig für Hunde sind, jedoch schlechter verdaut werden können oder aus anderen Gründen ein Gesundheitsrisiko für den Vierbeiner darstellen.

Butter

Die Fettsäuren der Butter sind kurzkettig und können von Hunden weniger gut verdaut werden, als andere Fette. Geringe Mengen sind unbedenklich, zu viel Butter kann jedoch Erbrechen und Durchfall hervorrufen.

Gekochte oder gebratene Knochen

Bei aufgeweichten, also gekochten, gebratenen oder gegarten, Knochen ist die Splittergefahr höher. Die Folge: Der Vierbeiner könnte Verletzungen im Mundraum, in der Speiseröhre oder im Magen-/Darmtrakt davontragen. Schlimmstenfalls führt es zum tödlichen Darmverschluss.

Darüber hinaus sollten keine Knochen vom Schwein gereicht werden (siehe „rohes Schweinefleisch“). Rohe Rindermarkknochen, Kalbsknochen oder Lammrippchen sind hingegen eher ungefährlich.

Milchzucker

Milch enthält zwar viele gesunde Nährstoffe, allerdings vertragen viele Hunde den Milchzucker (Laktose) nicht. Zuviel Milchzucker kann deshalb zu Durchfall führen. Laktose reduzierte oder –freie Milch, sowie gegorene Produkte (Quark o.ä.) sind jedoch unbedenklich

Salzige Knabbereien

Salzige Mahlzeiten sind bei gesunden Hunden – in gewissem Maße – unbedenklich. Grundsätzlich sollte ihr Hund auch etwas Natrium erhalten, damit der Nährstoffbedarf rundum gedeckt ist. Bei herz- oder nierenkranken Vierbeinern sollte hingegen besser auf Salz verzichtet werden, da die Wassereinlagerungen zu einer zusätzlichen Belastung von Blutdruck, Herz und Nieren führen.

Süßigkeiten

Giftig ist Zucker für den Vierbeiner zwar nicht, aber andersherum ist er auch nicht wirklich gesund.

Statt durch Süßigkeiten sollten Kohlehydrate eher über Nudeln, gekochte Kartoffeln oder Reis aufgenommen werden. Auch gegen etwas Obst ist nichts einzuwenden (bestenfalls ohne Kerne und teils ohne Schale).

Kritisch ist allerdings der Süßstoff Xylit, der in manchen Bonbons oder Kaugummis enthalten ist. Da diese Substanz eine stärkere Insulinausschüttung hervorruft, sinkt der Blutzuckerspiegel beim Hund drastisch ab. Die Folge können Krämpfe, Koordinationsschwierigkeiten und teils Leberschäden oder gar Leberversagen sein. Bonbons und andere Süßigkeiten haben deshalb nichts auf dem Speiseplan eines Hundes verloren – wenn sie Süßstoffe enthalten, können sie sogar schädlich bis tödlich sein.





Quelle : Deine Tierwelt. de


 
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